Vom Suchen
Ein nachdenklicher, ruhiger, Moment voller Zweifel und mit verhaltener Vorfreude vermischter Moment, in welchem Gil durch Ihr Küchenfenster in die sonnige Umgebung ihrer und Silas Juniors Rosenfarm schaut, bevor sie die entfernten Verwandten im Iran anschreibt. Dort empfängt man sie quasi mit offenen Armen, was Gils Heilungsprozess einen weiteren Schub verleiht. Im Verlaufe des Kontaktes zu jener Verwandtschaft – Nachfahren Ihrer Großtante -, erfährt sie von Tagebüchern ihrer Großmutter, einer Teppich-Knüpferin, die von den Schwierigkeiten ihres Lebens im Iran und der damaligen Familie berichten. Außerdem wird deutlich, dass ihre Großtante lange mit der bevorstehenden Migration, mit Gils ebenfalls nach Persien migrierten Großvater, nach Südosteuropa ringt und diese ankündigt. Die Familie hatte zwar die Tagebücher behalten, ihnen aber keine weitere Bedeutung beigemessen, da Gils Großmutter als Abtrünnige galt und gilt.
In diesen Tagebüchern, welche Gil von ihren Verwandten erhält, erfährt sie zum ersten Mal von ihrem Ur-Großvater, welcher Indien umschifft hatte, und sich – offenbar aufgrund seiner Liebe zu seiner Frau – in Persien niedergelassen hatte. Allerdings ranken sich viele Mutmaßungen und vage Erzählungen, und sowie offenbar sowohl Widersprüche, als auch Geheimnisse um diesen Ur-Großvater, was dazu führt, dass sich Gils Neugier weiter in die Familienhistorie vertieft.
Silas Junior hat einen One-Night-Stand mit einer Frau, und deren Partner platzt herein als Silas Junior gerade einen Orgasmus hat, nicht zuletzt deshalb wird die Situation ziemlich stressig für die beiden.
Marina erreicht München mit dem Zug. Silas Senior holt sie am Hauptbahnhof ab, und die beiden fahren mit der Tram zur elterlichen Wohnung, wo sie schon von Lilia erwartet werden. Alles drei verbringen eine Weile damit, in der Küche Neuigkeiten auszutauschen, um dann gemeinsam zu Abend zu essen, und die Themen, insbesondere natürlich die Besiedlung des Mondes, zu vertiefen. Marina erzählt davon, wie sehr ihr der Abschied von Köln und der Erde insgesamt doch zusehends Sorge bereitet, vergleichbar mit den Erfahrungen diverser Freundinnen, die ihr von der Nervosität vor Hochzeiten berichteten, was insbesondere bei Lilia zur Belustigung führt, welche sich auch auf Marina überträgt und zu einer gewissen Entspannung beiträgt.
Silas Senior schweigt oft an diesem Abend und bereitet sich quasi schon innerlich auf den großen Abschied vor, welcher ihn emotional vor eine große Herausforderung stellt. Die liegt insbesondere daran, dass Marina sein erstes Kind ist, für welches er lange Zeit allein die Sorge und Verantwortung trug, was auch hinsichtlich des tragischen Verlustes ihrer Mutter, zu einer tiefen Bindung der beiden geführt hatte, und diese kaum nachgelassen hat.
